Beziehungskrise nach 2 Jahren meistern

Der Anfang einer Beziehung ist immer prickelnd, aufregend und toll, wir sind verliebt und haben das Gefühl, die Welt aus den Angeln heben zu können. Wir wollen alles teilen mit diesem einen Menschen und am liebsten gleich den Rest unseres Lebens gemeinsam verplanen. Und trotzdem gibt es manchmal nach den ersten zwei Jahren einen Tiefpunkt, der uns verwirrt und verstört. Plötzlich ist die rosarote Brille weg, wir sehen den Partner nicht mehr in einem verklärten Licht, sondern als alltäglichen Lebensgefährten und vielleicht stören uns plötzlich sogar Charaktereigenschaften, von denen wir bisher dachten, wir könnten sie mit unserem positiven Einfluss noch ändern. Was soll man aber tun, wenn die Beziehung, die so hoffnungsvoll begonnen hat, einem plötzlich schal und abgestanden vorkommt?

Keine Panik!

Es ist völlig normal, dass die Gefühle zum Partner sich innerhalb der ersten zwei Jahre verändern. Wir Menschen haben unsere Verhaltensmuster entwickelt, lange bevor die Idee der lebenslangen Ehe geboren war, und lange bevor das romantische Ideal von der Liebesheirat aufkam. Märchen enden immer dann, wenn der Prinz und die Prinzessin sich gefunden haben, denn danach kann es scheinbar nur noch bergab gehen. Aber stimmt das? Tatsache ist, dass unsere Gefühle einem ständigen Wandel unterliegen, und dazu gehören auch die Gefühle für den Lebensgefährten. Sich zu verlieben ist rein wissenschaftlich gesehen ein biochemischer Prozess, bei dem wir „erschnuppern“, wessen Erbgut sich mit unseren eigenen Veranlagungen zu besonders widerstandsfähigen Nachkommen entwickeln würde. Dadurch wird ein Gefühlscocktail freigesetzt, den wir als Achterbahnfahrt erleben – wir sind verliebt!

Für die Evolution war es aber notwendig, dass wir die Partner wechseln, um unser Erbgut zu streuen und eine möglichst große Vielfalt an verschiedenen Nachkommen zu erhalten – das gilt übrigens auch für Frauen. Die Quittung für diesen Überlebenstrieb bemerken wir aber, wenn wir versuchen, die Quadratur des Kreises zu bewerkstelligen: Wir wollen eine Beziehung führen, die von Dauer ist und Bestand hat, unsere Gefühle spielen uns aber eben manchmal Streiche. Wir sind aber keine Höhlenmenschen mehr, die ihren Stimmungen hilflos ausgeliefert sind. Es ist keine Schande, die eigene Beziehung einfach mal mit Vernunft zu betrachten und sich zu fragen, in welche Richtung sie sich bewegen soll! Wer also einfach einmal ganz praktisch Bilanz zieht und sich fragt, wie sich die Beziehung bisher entwickelt hat und was ihr vielleicht fehlt, der kann sie auch konstruktiv verbessern!

Die eigenen Gefühle verstehen

Zu Anfang der Beziehung hat jedes Paar nicht nur das rauschende Blut voller Glückshormone, es gibt auch tausend kleine und große Hindernisse, die beide Partner überwinden müssen, um zueinander zu kommen. In der Regel sind diese Hindernisse aber nach zwei Jahren beseitigt – die gemeinsame Wohnung ist bezogen, die Jobsituation beider Partner am gemeinsamen Wohnort ist geklärt, vielleicht sind die Partner inzwischen sogar schon verheiratet. Jetzt könnten eigentlich Ruhe, Frieden und Geborgenheit einkehren – das Ideal jeder Bindung. Stattdessen macht sich plötzlich scheinbare Langeweile breit. Die „Hollywoodgefühle“ sind einfach nicht mehr so präsent wie am Anfang. Dieser Wandel der Gefühle ist aber durchaus nichts Schlimmes, sondern ein Schritt, den jedes Paar erlebt – es geht dabei um den Wandel von stürmischer Verliebtheit zu tiefer und vertrauter Liebe. Denn Liebe selbst ist nicht aufregend, spannend und immer wieder neu – sie ist warm, schön und vermittelt Geborgenheit. Das kann sich in der Übergangsphase fremd anfühlen und zu Verunsicherungen führen – auf beiden Seiten. Jetzt heißt es aber dran bleiben – offenbleiben für den Partner, für die wachsende Liebe und das gemeinsame Leben voller Toleranz und Rücksichtnahme. Wer sich dafür nicht reif genug fühlt, der sollte die Beziehung aber besser an diesem Punkt beenden.

Konstruktiv im Dialog bleiben

Die erste Beziehungskrise nach zwei Jahren ist vielleicht deshalb die schwerste, weil beide Partner sich fragen, ob sie sich richtig entschieden haben, oder ob sie vielleicht zu früh diese feste Bindung eingegangen sind. Jetzt aber destruktive Streitigkeiten anzufangen, nur um die ungewohnte Stille nicht kennenlernen zu müssen, wäre der falsche Weg. Partner, die ihre erste richtige Krise als Chance sehen, haben nun die Möglichkeit, die Karten neu zu mischen und sich völlig neu aufeinander einzulassen. Vielleicht haben sich zu Anfang der Beziehung ungeschriebene Gesetze eingebürgert, die sich jetzt einfach nicht mehr richtig anfühlen. Vielleicht hat der stillere der beiden Partner immer zurückgesteckt und sieht jetzt die Chance, in vertrauten Gesprächen seine eigenen Bedürfnisse auch einmal zu formulieren – dann aber bitte nicht durch Vorwürfe, sondern durch konstruktives Äußern von Wünschen!

Wieder eigene Wege gehen – um zurückzukehren

Ein Grund für die Krise kann darin liegen, dass sich nach der Phase der ersten Verliebtheit wieder verstärkt Bedürfnisse melden, die nicht unmittelbar mit dem Partner zu tun haben. Vielleicht möchte man gar nicht jeden Abend das Fernsehprogramm gemeinsam bestimmen wie frisch Verliebte es tun würden? Vielleicht möchte auch einer der Partner wieder mehr Zeit allein mit seinem Freundeskreis verbringen und der andere fühlt sich dadurch zurückgesetzt. Wichtig ist es jetzt zu verstehen, dass die „Rückkehr zu eigenen Persönlichkeit“ nicht gegen den Partner gerichtet ist. Wer etwas für sich tut, der tut es auch für seine Beziehung. Denn nur, wer seine Eigenständigkeit innerhalb einer Beziehung bewahrt, kann auch auf Dauer ein zufriedener und verlässlicher Partner sein. Liebevolle Toleranz und Verständnis für die Bedürfnisse des anderen sind also die wichtigsten Schritte, um den Übergang von der Verliebtheit zur Liebe zu schaffen und die erste große Beziehungskrise zu meistern. Denn die glücklichsten Paare sind nicht die, die alles gemeinsam unternehmen, sondern die, die sich Freiheiten lassen, um füreinander interessant zu bleiben.

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