Entlieben – Tipps

Sich zu verlieben ist oft die einfachste Sache der Welt. Es passiert einfach und schon schwebt man auf Wolke sieben. Wie aber ist es mit dem Entlieben?

Jeder kommt früher oder später in die Situation, in der man von einem geliebten Partner verlassen wird oder sich in jemanden verliebt, der diese Gefühle einfach nicht erwidern kann. Vielleicht lebt man aber auch selbst in einer Beziehung und möchte seinen Partner nicht durch Verliebtsein in einen anderen verletzen. Wohin jetzt aber mit der Verliebtheit, der Sehnsucht und dem schrecklichen Gefühl, abgelehnt zu werden oder die neue Liebe nicht ausleben zu dürfen? Die gute Nachricht ist: Verliebtheit geht vorbei! Rein biologisch betrachtet ist sie ein Hormontango, der selten länger als drei Monate anhält. Im Idealfall geht sie in ruhige, beständige Liebe über, im Fall von Liebeskummer lässt sie sich überwinden. Aber wie?

Wer sich entlieben will, muss erst akzeptieren, dass auch schmerzhafte Gefühle ausgelebt und verarbeitet sein wollen. Es hilft nichts, sich vor zu machen, dass es nur halb so schlimm ist, wenn man doch eigentlich krank vor Sehnsucht ist und in tiefe Löcher fällt, weil man sich so ungeliebt fühlt. Natürlich ist es schwer, all diese Gefühle zu durchleben, aber wer seine Gefühle verdrängt, anstatt sie auszuleben, konserviert sie in seiner Seele und kann sie nie wirklich abschließen.

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Entlieben ist Abstand zur begehrten Person. Wer den Kontakt komplett abbrechen kann, hat es da leichter als jemand, der vielleicht noch mit dem Objekt seiner Begierde zusammen arbeiten muss oder Treffen im gemeinsamen Freundeskreis nicht vermeiden kann. Ganz wichtig ist es, keine SMS zu schreiben, keine „zufälligen“ Treffen herbei zu führen, und ganz streng verbieten muss man sich, mitten in der Nacht nach dem dritten Glas Rotwein Mails zu verschicken oder zum Telefon zu greifen, weil man sich gerade einsam fühlt! Als „Notbremse“ für solche Situationen sollte man gute Freunde bitten, immer erreichbar zu sein, solange man an akutem Liebeskummer leidet, damit man sie anrufen kann, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt, nicht das Objekt der Begierde!

Der nächste, und fast noch wichtigere Schritt, ist die Hinwendung zu sich selbst. Das klingt einfacher, als es ist. Wenn wir uns verlieben, sehen wir im anderen, welche Wünsche wir haben, und natürlich wollen wir, dass er sie uns erfüllt.

Wenn wir uns entlieben wollen, müssen wir also die Lücke, die der Wunschpartner nicht ausfüllt, selbst füllen, um wieder glücklich zu werden. Dazu gehört, dass wir uns selbst unsere Gefühle zugestehen. Wer sich entlieben will, darf weinen, trauern, trüben Gedanken nachhängen – und sich selbst auch wieder aufheitern, wie man es bei einem guten Freund tun würde, wenn man meint, dass er jetzt genug gelitten hat und wieder nach vorne blicken sollte.

Wichtig ist es, sich immer wieder klar zu machen, dass die Tatsache, dass es mit dieser einen Person nicht geklappt hat, nicht bedeutet, dass man generell nicht liebenswert ist oder keine Liebe verdient hat, denn Liebe kann man sich nicht verdienen, man bekommt sie geschenkt, und manchmal eben auch nicht. Das mindert aber auf keinen Fall den Wert der eigenen Person, es hat eben nur nicht gepasst. Wir selbst können ja auch nicht jeden Menschen lieben.

Um die Verliebtheit zu überwinden, hilft es also, sich klar zu machen, was man im anderen gesehen hat und was man sich vom anderen gewünscht hätte. Hatte er oder sie vielleicht eine besonders spannende Tätigkeit, an der man gern teilgehabt hätte? Hatte er einen besonders kreativen und bunten Freundeskreis, dem man sich gern angeschlossen hätte? Was hindert einen dann daran, sich das selbst anderswo zu suchen? Wer loslässt, hat zwei Hände frei!

Der letzte Schritt zum Entlieben heißt also: Neue Horizonte entdecken! Um es positiv zu betrachten – wer keinen Partner hat, ist so frei wie vielleicht nie wieder im Leben und hat Raum und Zeit für neue Hobbys und Interessen, für neue Entdeckungen und Freundschaften. Und sicher ist auch irgendwann wieder eine neue Liebe dabei.

Wer sich allerdings immer wieder „in die Falschen“ verliebt, sollte sich liebevoll mit sich selbst auseinander setzen, um heraus zu finden, woran es liegt. Vielleicht ist man ja tief im Inneren doch noch gar nicht reif, sich auf eine Bindung fest zu legen, hat alte Bindungsängste aus der Kindheit oder hängt noch einer früheren Beziehung nach.

Chronischer Liebeskummer kann auf ganz andere, tiefere seelische Verletzungen hinweisen, die nur mit Selbstreflexion und Offenheit gegenüber lieben Freunden, die einem helfen, sich selbst realistisch zu sehen, geheilt werden können. Professionelle Hilfe anzunehmen ist in solchen Fällen ein Zeichen von großer Stärke. Jede ehrliche Unterhaltung mit konstruktiven Gesprächspartnern ist dann ein Schritt in die richtige Richtung, bis man sich selbst doch endlich so weit lieben kann, dass man sich auch einen Partner sucht, der einem gut tut.

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