Kriterien bei der Partnerwahl

Was den Menschen vom Tier unterscheidet ist unter anderem, dass sich der Mensch in einem definierten Umfeld am wohlsten fühlt. Ein Platz zum Schlafen, zum Wohnen und natürlich ein paar weitere Menschen, die ihm bekannt sind und mit denen er sich wohl fühlt, sind üblicherweise ausschlaggebend für seine Lebensfreude. Die meisten Menschen streben zudem danach, den Partner fürs Leben zu finden. Ob es sich dabei um eine Partnerschaft zwischen Frau und Mann handelt oder zwischen zwei Frauen bzw. zwei Männern, ist völlig unerheblich.

Die Gefühle und deren Intensität sind genau die gleichen. Bedürfnisse, wie beispielsweise jemanden an seiner Seite zu wissen, der zuverlässig ist und genauso liebt, wie er geliebt wird, sind dabei meist ausschlaggebend. Das Unberechenbare an Gefühlen ist jedoch, dass jeder Mensch subjektiv für sich bewertet, was ihm wichtig oder unwichtig ist. Dazu zählen natürlich auch Faktoren wie das Quantum gemeinsam zu verbringender Zeit, gleiche Hobbys und sonstige Interessen sowie die Größe des Freundeskreises und die damit erlebten Aktivitäten. Nicht zuletzt die nur für sich genossene Zeit und deren Wichtigkeit werden von Partnern oftmals sehr unterschiedlich bewertet.

Nicht vergessen werden sollte bei der Partnerwahl und den angesetzten Kriterien, dass jeder Mensch ab einem gewissen Alter vollständig entwickelt ist. Natürlich ändert sich im Laufe des weiteren Lebens noch das Eine oder Andere. Aber die Grundzüge eines Charakters sind irgendwann üblicherweise voll ausgeprägt. Ein Mensch, der nur glücklich ist, wenn er ständig wechselnde Partner um sich hat, wird sich somit in diesem Punkt kaum noch ändern. Auch nicht, wenn jemand annimmt, ihn sich schon noch „hinbiegen“ zu können.

Jemand der extrem monogam geprägt ist, wird keinen Spaß daran haben, alle zwei Wochen in einen Swinger-Club zu gehen. Insofern sollte bei der Partnerwahl das Kriterium der Treue zunächst bei jedem selbst angesetzt werden. Welcher Charakter würde passen und inwieweit wäre jeder selbst bereit, sich in diesem Punkt emotional zu bewegen. Wer auf gegenseitige Treue schwört und eine Beziehung davon abhängig macht, sollte sich nicht auf jemanden einlassen, der ohne ständig wechselnde Kontakte einfach nicht leben kann oder will. Wer selbst in der Position ist, die möglichen Abwechslungen des Lebens voll und ganz genießen zu wollen, würde vermutlich einen extrem treuen Partner auf Dauer immer wieder verletzen.

Ein weiteres Kriterium ist die gemeinsame Zeit. Manche Menschen brauchen ab und zu eine sprichwörtliche Aus-Zeit von beispielsweise ein, zwei Stunden. Und das keinesfalls, weil sie nichts mehr mit dem Partner zu tun haben wollen, also gegen ihn agieren. Vielmehr geht es explizit darum, regelmäßig einen gewissen Zeitraum für sich selbst nutzen zu können. Ob diese Zeit mit Musikhören, dem Lesen von Büchern und Fachzeitschriften oder einfach damit verbracht wird, in die Luft zu gucken und den Gedanken freien Lauf zu lassen, liegt ausschließlich im Entscheidungsspielraum des Partners.

Jemand, der sich durch dieses Bedürfnis bereits persönlich zurück gesetzt fühlt, nervt entweder irgendwann den Partner oder wird selbst unglücklich. Ähnliches gilt für den eigenen Freundeskreis. Nicht jede Aktivität muss mit dem Partner unternommen werden. Im Gegenteil: Je mehr zwei Partner getrennt voneinander unternehmen, desto mehr haben sie sich zu erzählen. Unternehmen sie jedoch alles gemeinsam, gibt es bald kaum noch Themen, mit denen sie sich gegenseitig überraschen können. Das soll jedoch keinesfalls bedeuten, dass nichts mehr gemeinsam unternommen werden darf. Es geht vielmehr darum, dass alles zu seiner Zeit sinnvoll ist.

Wichtig ist des Weiteren das Kriterium der Ehrlichkeit. Natürlich gibt es Menschen, die absolut überzeugt davon sind, selbst immer die Wahrheit zu sagen und niemals zu lügen. Es ist nicht nur wissenschaftlich erwiesen, dass eine solch hehre Behauptung völliger Unsinn ist, sondern mehr noch: Menschlich völlig unmöglich. Genau genommen könnte bereits die Aussage „Guten Morgen“ als Lüge enttarnt werden, wenn derjenige der diese Worte ausspricht keinesfalls den Eindruck macht, als fände er an diesem Morgen irgendwas gut und könne gleiches wünschen. So eng muss der Rahmen allerdings gar nicht gestrickt werden.

Ohne kleine Lügen würde vermutlich jede Form der Höflichkeit auf der sprichwörtlichen Strecke bleiben. Kleine Alltagslügen stellen auch keine Gefahr dar. Es sind die großen Lügen, mit denen Verhaltensweisen verdeckt werden sollen, von denen der Lügner ganz genau weiß, dass es nicht in Ordnung war, was er da getan hat. Allerdings können einige Menschen gar nicht anders. Sie brauchen den regelmäßigen Kick. Sei es in Form ihrer Handlungen oder zum Erhalt des Wissens, dass sie den Partner einmal wieder übers sprichwörtliche Ohr gehauen haben. Mit einem solchen Menschen muss man umgehen können; oder ihm aus dem Weg gehen. Die erste Verliebtheit wird über solche Verhaltensweisen nicht endlos hinweg helfen.

Apropos „erste Verliebtheit“: In dieser Zeit spielen die Gefühle normalerweise komplett verrückt. Kaum jemand ist so abgeklärt, dass er sich innerhalb der ersten Wochen oder Monate realistisch vor Augen führt, dass diese enorme gegenseitige Aufmerksamkeit und Achtung vermutlich kein Dauerzustand sein wird. Alles ist schön, alles ist gut, nichts kann die Emotionen auch nur marginal erschüttern. Kleine Macken des Anderen werden zwar ganz am Rande registriert, sie spielen jedoch überhaupt keine Rolle.

Oftmals wird sogar irrtümlich angenommen, dass sich das mit der Zeit schon noch geben wird. Dieser Zeitraum ist bei aller Verblendung dennoch sehr wichtig. Allein schon, weil jeder seinen Partner innerhalb dieser Wochen oder Monate von seiner süßesten Seite kennen lernt. Bis aus dieser Verliebtheit jedoch Liebe und eine echte Partnerschaft wird, in der sich beide blind aufeinander verlassen können und den Anderen bewusst so nehmen, wie er nun einmal ist, dauert es üblicherweise etwas. Bis dahin werden die beiden Partnerschafts-Kandidaten einige Höhen und Tiefen durchleben. Ob sie sie gemeinsam überstehen kann nur die Zeit zeigen. Etwas erzwingen zu wollen ist jedoch der denkbar kontra produktivste Ansatz. Man selbst würde sich ja auch nicht in ein Korsett zwingen lassen und zukünftig auf freies Durchatmen verzichten, nur weil es dem anderen einfach besser gefällt.

Wer für sich weiß was er will oder wenigstens herausgefunden hat, was er keinesfalls möchte, hat bereits eine gute Grundlage für sich geschaffen, um den Partner fürs Leben finden zu können. Wer dann noch bedenkt, dass ein Partner nie anstelle des bisherigen Lebens treten kann, sondern das eigene, zukünftige Leben auf angenehme Weise ergänzen soll, und zwar auf Gegenseitigkeit, hat die besten Aussichten, um tatsächlich sein ganz persönliches Liebesglück zu finden.

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