Noch nie eine lange Beziehung gehabt – was tun?

Viele Menschen haben das Problem, dass ihre Beziehungen nicht lange halten. Immer wieder kommt es zur Trennung, entweder stets aus den gleichen oder aus scheinbar verschiedenen Gründen. Mit der Zahl der gescheiterten Beziehungen wachsen Frustration und Sorge, bis schließlich der Punkt erreicht ist, an dem sich zwangsläufig die Frage stellt, was da eigentlich falsch läuft. Scheitert eine Beziehung, werden danach mehrere Phasen der Verarbeitung durchlaufen. Unabhängig davon, wer sich nun von wem getrennt hat, beginnt irgendwann – mehr oder weniger objektiv – die Ursachenforschung. Kommt es regelmäßig nach kurzer Zeit zur Trennung, wachsen die Zweifel: „Liegt es vielleicht wirklich an mir selbst?“

Nicht zwangsläufig, wie viele Beziehungsanalysen zeigen. Manche Menschen haben auch einfach nur das Talent, sich stets den gleichen Partnertyp zu suchen, mit dem sie aber dann (erwiesenermaßen) nichts anfangen können – die Beziehung ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Wenn also ein relativ hoher Partnerwechsel vorliegt, sollte zunächst eine betont sachliche Analyse erfolgen, ob sich die bisherigen Lebensgefährten ähneln. Dann liegt die erste, einfachste Lösung auf der Hand: einfach mal etwas Neues ausprobieren und bewusst nach Alternativen suchen.

Waren die Partner jedoch sehr unterschiedlich, stellt sich als nächstes die vermutlich wesentlich entscheidendere Frage, ob die Trennung stets auf ähnliche Weise erfolgte: Wer hat Schluss gemacht, und warum? Wurde die Trennung oft vom Partner ausgelöst und spielten dabei immer die gleichen Vorwürfe eine Rolle, bleibt nur, das eigene, scheinbar „problematische“ Verhalten möglichst abzustellen oder zumindest auf ein allgemein erträglicheres Maß zu reduzieren. Wer meint, das nicht zu können oder es aus Prinzip nicht zu wollen, steht vor dem größten Beziehungskiller unserer Zeit: der mangelnden Kompromissbereitschaft.

Ähnliches gilt im umgekehrten Fall: Zieht der oder die von Kurzzeitbeziehungen Betroffene häufig selbst den Schlussstrich, weil immer wieder die gleichen Probleme – wenn auch bei verschiedenen Partnern – nerven, liegt auch hier vermutlich eine ungesunde Form von Egoismus vor. Für beide Spielarten gilt dieselbe Lösung: In einer Partnerschaft ist es unverzichtbar, dass man aufeinander zugeht. Leider sind immer weniger Menschen Willens oder in der Lage, für eine funktionierende Partnerschaft Opfer zu bringen. Ihnen ist die individuelle Freiheit wichtiger, als zugunsten des Lebensgefährten zurückzustecken. Passen ihnen irgendwelche Dinge nicht und kriegen sie diese nicht in den Griff, so trennen sie sich eben vom Partner und suchen jemand Anderen. Dabei hoffen sie auf „den Einen“, mit dessen Gewohnheiten, Bedürfnissen und Interessen sie hundertprozentig übereinstimmen.

Diese Hoffnung ist aber unrealistisch!

Es gibt keine vollkommene Übereinstimmung. Natürlich passen bestimmte Menschen besser zueinander als andere. Das Problem ist jedoch meist nicht die Unvereinbarkeit der Interessen oder Wesensmerkmale, sondern schlicht die Unfähigkeit, den Partner so zu akzeptieren, wie er ist. Anstatt sich der Dinge zu erfreuen, die funktionieren, und über alles andere zu schweigen (oder immer wieder daran zu arbeiten), wird an den harmlosesten Kleinigkeiten herumgemeckert, bis die Beziehung unter der Last der angeblichen Unvereinbarkeit zerbricht.

Dabei geht es nicht darum, den Partner zu ertragen, wie er ist. Selbstverständlich müssen Probleme angesprochen werden können, und natürlich gehört zu einer gesunden Partnerschaft dazu, dass beide Seiten aufeinander zugehen können und an der Verbesserung einer problematischen Situation arbeiten. Aber es wäre falsch, auf eine vollkommen befriedigende Lösung zu hoffen. Ein Kompromiss zeichnet sich nun einmal dadurch aus, dass beide Seiten etwas zufriedener werden, indem beide gleichzeitig auch Unangenehmes in Kauf nehmen. Wer also unter kurzen Beziehungen leidet, sollte sich fragen, ob er entweder zu anspruchsvoll ist oder zu wenig kompromissbereit.

Schwierigkeiten lassen sich am besten beseitigen, indem das Gespräch miteinander gesucht und ebenso ruhig wie sachlich der Wunsch nach einer Klärung geäußert wird. So klingen Probleme nicht gleich als Vorwurf, sondern als etwas, das sich ohne großen Aufstand aus dem Weg räumen lässt. Gehen dann beide Seiten kompromissbereit aufeinander zu, findet sich die Lösung meist von alleine.

Was aber sollen Betroffene unternehmen, deren Beziehungen harmonisch verlaufen, nach einer Weile aber einfach abflachen und ausklingen? Welches Problem liegt hier vor?

Üblicherweise wird dabei eine ganz normale Entwicklung überdramatisiert. Die typische Beziehung beginnt mit dem sprichwörtlichen Verliebtsein: Der neue Partner löst das Kribbeln im Magen aus, und es ist praktisch unmöglich, die Finger voneinander zu lassen. Irgendwann aber schwindet dieses Gefühl, und so etwas wie Panik breitet sich aus, dass die Liebe erloschen ist. Oft kommen dann auch noch Dritte ins Spiel, die einem plötzlich viel interessanter und begehrenswerter erscheinen, und schon steht die Beziehung vor dem Aus.

Dabei ist das Erlischen der Verliebtheit ein ganz normaler Prozess, dem sich das tatsächliche Kennenlernen anschließt: Befreit von den Scheuklappen der frühen Begierde, wird der Partner erstmals so wahrgenommen, wie er tatsächlich ist, mit all seinen Fehlern und Schwächen. Wer nun versucht, ihn zu ändern oder gar „umzuerziehen“, scheitert, und schon wird nur noch der Ausweg gesehen, die Beziehung zu beenden.

Wem das nun bekannt vorkommt: Ja, auch hier spielen Toleranz und Kompromissbereitschaft eine Rolle; nur wer sich und seinem Partner die Zeit gibt, Unterschiede vernünftig auszuloten und zu akzeptieren, hat langfristig auch die Chance auf eine dauerhafte Beziehung.

Die Belohnung für diese Geduld und Kompromissbereitschaft ist die allmählich wachsende Erkenntnis, dass aus der anfänglichen Verliebtheit eine echte Liebe geworden ist. Die entsteht nämlich nicht „auf den ersten Blick“, sondern durch Vertrautheit. Nur wer gesprächsbereit und offen für Veränderungen auch im eigenen Verhalten geblieben ist, kann den Partner irgendwann „liebgewinnen“ – mit all seinen Macken und Eigenheiten.

Die 10 häufigsten Fehler die Beziehungen zum Scheitern bringen:

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