Trennung auf Zeit

Vor allem bei langjährigen Beziehungen kann es vorkommen, dass das gemeinsame Alltagsleben nur noch anstrengend oder langweilig ist. Die Schmetterlinge im Bauch gehören längst der Vergangenheit an, meist haben andauernde Streitereien ihren Platz eingenommen. Und trotzdem ist die Beziehung den beiden Partnern noch etwas wert, sie möchten keinen endgültigen Schlussstrich ziehen.

In einer solchen Situation kann eine Trennung auf Zeit hilfreich sein, um sich über die eigenen Wünsche und Gefühle klar zu werden. Doch braucht die Auszeit für die Liebe feste Regeln, damit sie nicht im Chaos endet. Die Rahmenbedingungen sollte gemeinsam vor Beginn der zeitweisen Trennung festgehalten werden, wobei jeder seine Vorstellungen äußern darf. Bei abweichenden Wünschen müssen Kompromisse erarbeitet werden. Sollte das Paar dabei nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, könnte die Einbeziehung einer Vertrauensperson als Vermittler nützlich sein.

Am Anfang der Planung muss überlegt werden, wie und ob die zeitweilige Trennung räumlich und finanziell zu bewerkstelligen ist. Eine Trennungsphase ist kaum sinnvoll zu gestalten, wenn beide Partner dabei in derselben Wohnung leben. Gibt es Freunde oder Verwandte, die einen der beiden Partner für ein paar Wochen aufnehmen können? Oder muss eine zweite Wohnung angemietet werden? Wie werden eventuelle Kosten verteilt?

Der nächste Punkt, der geklärt werden muss, ist die persönliche Freiheit in der Trennungsphase. Sollte in dieser Zeit eine Suche nach einem potenziellen neuen Partner erlaubt sein? Sind sexuelle Kontakte außerhalb der noch existenten Beziehung für beide Beteiligten akzeptabel? Oder ist es besser, wenn jeder sich erstmal nur auf sich selbst konzentriert, damit durch ein „Fremdgehen“ keine weiteren Gefühlsverletzungen entstehen?

Auch der eventuelle Kontakt untereinander muss im Voraus abgesprochen und geregelt werden. Möchten beide Partner eine „totale Funkstille“? Oder wäre es wünschenswert, regelmäßig miteinander zu telefonieren, Briefe und E-Mails zu schreiben? Auch persönliche Treffen sind während einer Trennungsphase möglich. Vielleicht bietet zur Halbzeit der abgesprochenen Trennungszeit ein romantisches Candle-Light-Dinner die Möglichkeit, langsam zueinander zurück zu finden. Oder es werden regelmäßige Dates eingeplant, bei denen es eventuell auch zur sexuellen Begegnung kommen kann.

In jedem Fall ist das Time-Out in der Partnerschaft die Gelegenheit, sich darüber klar zu werden, was der einzelne noch von der in die Jahre gekommenen Beziehung erwartet. Wo kann jeder selbst an sich arbeiten, um das gemeinsame Alltagsleben zu verbessern? Welche konkreten Wünsche habe ich an meinen Partner? Eine Trennung auf Zeit ist auch eine Neu-Erprobung des Singlelebens. Ein jeder kann dabei austesten, ob ein Leben ohne Partner für ihn überhaupt in Frage kommt. Und – nach Absprache – wird vielleicht ausprobiert, wie sich eine neuerliche Partnersuche gestaltet.

Durchaus angebracht ist eine Beteiligung beratender Dritter an dem Prozess, den die Partner während der Trennungsphase durchlaufen. Eventuell ist der wöchentliche Besuch einer Paartherapie in diese Zeit mit einzuplanen. Oder, falls es einen erfahrenen gemeinsamen Freund gibt, dem beide Partner vertrauen, kann dieser eine Art Vermittlerposition einnehmen und mit Rat und Tat beiseite stehen.

Auch bei dem an die zeitweilige Trennung anschließenden Gespräch kann ein Freund oder ein professioneller Therapeut teilnehmen. Das Paar sollte ganz konkret festlegen, unter welchen Bedingungen die Beziehung neu aufgenommen werden soll. Hier können Fragen geklärt werden, wie: Welche Freiräume für gemeinsame Aktivitäten können in den Alltag integriert werden? An welchen eingefahrenen Verhaltensmustern muss gearbeitet werden? Alle maßgebenden Gedanken, die während des Time-Outs eine Rolle spielten, werden zusammengetragen und auf sachliche Weise in ein konstruktives Gespräch eingebracht.

Das hauptsächliche Risiko, das bei einer Trennung auf Zeit besteht, ist, dass die Beziehung dabei ungeplant und schmerzvoll auseinander bricht. Plötzlich findet einer von beiden einen neuen Partner, obwohl dies gegen die vorherige Absprache war. Oder der eine Partner sieht nach der Trennungsphase die alte Partnerschaft als beendet an, während der andere bereits optimistisch einem Neuanfang entgegensah. Leider sind solche Entwicklungen nicht vorhersehbar, darum sollte niemand die zeitweilige Trennung als Lösung für alle Probleme ansehen. Im ärgerlichsten Fall ist nach Beendigung der Trennungsphase ganz schnell alles genauso wie vorher.

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