Ungleichgewicht in der Beziehung – finanziell und emotional

In den wenigsten Beziehungen ist das Verhältnis zwischen den Partnern ausgewogen. Meistens ist es immer der gleiche, der den anderen unter Druck setzt und mehr Macht ausübt. Dabei suchen die meisten Menschen nichts mehr als Anerkennung und Verständnis. Es fällt jedoch schwer, die verschiedenen Wünsche aufeinander abzustimmen. Ohne Kompromisse kann eine Zweierbeziehung nicht funktionieren. Bei einem Missverhältnis des Gleichgewichts ist es daher wichtig, aufeinander zuzugehen, um eine bessere Balance zu erreichen.

Finanzielles und emotionales Ungleichgewicht

Häufig wirkt sich das finanzielle Ungleichgewicht direkt auf den emotionalen Umgang miteinander aus. Wer mehr verdient, hat mehr zu sagen, das scheint das Machtprinzip in vielen Beziehungen zu sein. Eine gute Partnerschaft entsteht aber nicht durch die Ausübung von Druck, sondern durch Kommunikation und gegenseitige Anteilnahme. Das bedeutet auch, dass beide Partner einander beeinflussen. Die unterschiedliche Höhe des Verdienstes muss sich nicht negativ auf die Gefühle auswirken. Dies ist zu erreichen, indem der Mehrverdiener keine Alleinentscheidungen fällt, und sich auf der Basis seines besseren Verdienstes stärker fühlt. Auch wenn das Einkommen ungleich verteilt ist, sollten bei größeren Anschaffungen gemeinsame Kaufentscheidungen getroffen werden. Dabei ist es wenig sinnvoll, wenn einer den anderen überstimmt, weil die Stimme quasi mehr wiegt. Stattdessen gilt es, sich auszutauschen und dabei auch über die eigenen Gefühle zu sprechen. Im optimalen Fall profitiert das Paar gemeinsam von dem Kauf. Im ungünstigsten Fall kauft nur einer ein, und der andere fühlt sich übergangen. Damit wäre die nächste Beziehungskrise vorprogrammiert.

Manipulation innerhalb von Beziehungen

Geschenke wirken auf den ersten Blick liebevoll, doch leider sind es nicht immer reine Liebesgeschenke. Manipulative Geschenke werden mit Hintergedanken übergeben. Sie zeigen die Macht bzw. den Mehrverdienst des einen Partners. Dahinter steckt die Aussage: „Ich gebe dir etwas, und jetzt erwarte ich etwas anderes dafür.“ Andere Arten der Manipulation werden durch Kritikäußerungen ausgespielt. Ein kritisierender Spruch zum falschen Zeitpunkt, beispielsweise wenn Freunde anwesend sind, trifft viel härter, als wenn er in Zweisamkeit ausgesprochen wird. Ein besonders frequentiertes Gebiet im Bereich der emotionalen Manipulation ist die Eifersucht. In Verbindung mit einem finanziellen Ungleichgewicht in der Beziehung können die Partner einander anstacheln und ihren Konflikt auf eine andere Ebene heben. Sie sprechen über möglichen Betrug, denken dabei aber nicht wirklich an die Menschen in ihrer Umgebung, sondern an ihre Angst davor, verlassen zu werden. Sie fühlen sich abhängig und möchten diese Emotion unterdrücken. Heraus kommt die Eifersucht, die das schlechte Gefühl in eine neue Richtung projiziert. Das eigentliche Problem wird in den Hintergrund gedrängt. Dies gilt sowohl für diejenigen, die ohne Grund übertrieben eifersüchtig sind, als auch für diejenigen, die ihren Partner durch Flirts eifersüchtig machen wollen.

Das finanzielle Ungleichgewicht

In Partnerschaften wird über verschiedene Themen gestritten. Besonders häufig dreht sich der Streit jedoch um Geld. Bei einem starken Ungleichgewicht des Einkommens wird aus dem Geld ein Macht- und Sicherheitsfaktor. Der Unterschied des Verdienstes selbst lässt sich zumeist nicht verändern, doch die Partner können lernen, bewusst und ehrlich damit umzugehen. Hinter dem materiellen Argument stehen weitere Bedürfnisse und Wünsche. Beide Partner wünschen sich einen ehrlichen Umgang miteinander, ohne an das vorhandene Missverhältnis denken zu müssen. Ihr Sicherheitsdenken und das Bedürfnis nach emotionaler Zuwendung machen es jedoch schwierig, das finanzielle Ungleichgewicht beiseite zu schieben. Daher sollte sich das Paar auf seine Stärken besinnen und gemeinsam planen, wie es mit dem Geld umgeht. In den meisten Fällen verdient die Frau weniger und übernimmt mehr Arbeiten im Haushalt. Unabhängig von diesem Missverhältnis sollten die Frau und der Mann große Anschaffungen vorher absprechen, ohne dass sich einer von den beiden zurückgesetzt fühlt. Doch Geld gilt nach wie vor als Instrument der Macht.

Regelung der finanziellen Situation

Die wirtschaftliche Unabhängigkeit in einer Beziehung ist nicht immer gegeben, doch es ist wichtig, dass sich die Partner nicht als Abhängige oder auf der anderen Seite als Gönner sehen. Stattdessen hilft es, bereits am Anfang des gemeinsamen Lebens gewisse Regelungen zu vereinbaren. So können spätere Konflikte vermieden werden. Gerade zu Beginn einer Beziehung ist klar ersichtlich, wie die Besitzverhältnisse aussehen. In einem nächsten Schritt sollte die Verteilung von gemeinsamen Anschaffungen festgelegt werden. Dies ist hilfreich, um Sicherheit über den eigenen Besitz zu erlangen. Abhängig von den persönlichen Vorstellungen können sich die Partner für Gütertrennung oder Gütergemeinschaft entscheiden. Bei der Vorbereitung der gemeinsamen Zukunft spielt der Gedanke hinein, dass keiner den anderen erst fragen muss, ob er Gegenstände für den persönlichen Gebrauch kaufen darf. Jeder braucht einen gewissen Spielraum und sollte sein eigenes Geld zur Verfügung haben, ohne ständig auf die Finanzierung des anderen angewiesen zu sein.

Ehrlichkeit miteinander schafft Vertrauen

Um vertrauensvoll miteinander leben zu können, ist Ehrlichkeit notwendig. Das bedeutet für ungleich verteilte Einkommen, dass die Partner miteinander kommunizieren. Wenn es der Frau beispielsweise schlecht geht, weil sie sich etwas nicht leisten kann und erst ihren Mann darum bitten muss, dann sollte sie das aussprechen. Niemand kann Gedanken lesen. Der Mann liebt seine Frau und möchte ihr den Wunsch gerne erfüllen. Ob dies möglich ist, können sie gemeinsam besprechen; auf jeden Fall wird durch das Gespräch der Konflikt gelöst und es geht der Frau besser. Währenddessen wird sich das Paar bewusst, dass nicht das Geld das eigentliche Problem darstellt, sondern dass es um Partnerschaft und Ehrlichkeit geht. Dadurch findet die Beziehung automatisch in eine bessere Balance. Das finanzielle Ungleichgewicht muss sich nicht auf die emotionale Balance übertragen. Durch ehrliche Gespräche, in denen die Gefühle gerade bezüglich des finanziellen Missverhältnisses zur Sprache kommen, wird die Beziehung gestärkt.

Die 10 häufigsten Fehler die Beziehungen zum Scheitern bringen:

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Comments

  1. Lotte says

    Ein freundliches Hallo,

    ich sehe vieles genauso.

    Ich habe eine etwas andere Konstellation und bin auf Meinungen und Ideen zur Besserung dankbar.
    Momentan bin ich kurz vor zwölf und schwanke zwischen Traurigkeit, Wut und Unverständnis…..

    Ich bin vor kurzem zu meinem Freund gezogen:
    wohnt in bezahltem Eigentum (von seiner Mutter)
    Hat eine 19 Jahre alte Tochter ( in Ausbildung, lebt während sie Arbeitseinsatz hat, in der Firmeneinrichtung, bekommt zusätzlich den Hund bezahlt 80€ monatlich-der bei uns lebt/entsorgt wurde, den Hufschmied für ihr Pony 40€ monatlich, die Fahrzeugversicherung ca. 40€ monatlich und Steuern, 100€ in bar und zusätzlich 184€ Kindergeld) zudem die Inspektion für das Auto von 1600€ im Dezember 2012!

    Mein Partner hat zum Leben ganze 1000€ wovon oben genannte Tochter unverhältnismäßig (in meinen Augen) gesponsert wird, sein PKW, sein Motorrad und 200€ an Heizöl. Er raucht und hat monatlich kaum Spielraum. Es steht eine Zahnarztrechnung in Höhe von 3000€ an!

    Die Gesamten weiteren Kosten für Lebenshaltung ( Toilettenartikel, Waschmittel, Haushaltsmittel sowie Getränke und Lebensmittel) trage ich ( auch wenn seine Tochter bei uns ist, sie selbst trägt zu nichts etwas bei) inkl. Tankbeträge für seinen PKW. Urlaub habe ich für ihn bezahlt/ausgelegt, Renovierung habe ich bezahlt, Einbauten ins Haus habe ich bezahlt, den Esstisch habe ich bezahlt, das Ausrichten seines Geburtstags habe ich bezahlt.
    Insgesamt habe ich 3000€ verauslagt wovon ich 2500€ zurück bekommen sollte, dass ist natürlich nicht geschehen. Wie auch, wenn Töchterchen vorgeht und die Mittel begrenzt sind! Bei mir ist es nicht anders, mir fällt mein Geld natürlich auch nicht in die Tasche.

    Jetzt erwartet er, dass ich zusätzliche Kosten übernehme wie Wasser und Strom

  2. Aggi says

    Hallo Lotte,

    das finanzielle Ungleichgewicht in der Beziehung zu deinem Freund war doch ganz klar vorauszusehen. Deshalb ist es für mich vollkommen unverständlich, dass du zu ihm gezogen bist. Vielleicht hat dein Freund dir das sehr schmackhaft gemacht, indem du in seinem bezahlten Eigentum kostenlos wohnen darfst.
    Dafür erwartet er aber eine Gegenleistung, all das was du oben aufgezählt hast und so wird das immer mehr werden. Das ist Manipulation !!!!!
    Der Beziehungsratgeber hat theoretisch recht, doch praktisch ist das oft nicht durchzusetzen.
    Ich würde an deiner Stelle so schnell wie möglich wieder ausziehen, denn glücklich scheinst du nicht zu sein.
    Dein Freund macht leider mit seiner Tochter alles falsch.
    Doch er wird das niemals einsehen, denn ich denke, er will auf diese Art die Familienverhältnisse, ( sei es durch Trennung oder Tod der Mutter), an seiner Tochter wieder gut machen, weil er es vielleicht auf emotionale und ehrliche Art nicht kann.
    Du bist die Außenstehende, die sich nicht einmischen darf, bzw. er würde es nicht zulassen.
    An deiner Stelle würde ich so schnell wie möglich ausziehen, damit dein Selbstwertgefühl nicht ganz verloren geht. Ihr seid nicht verheiratet und somit hast du deinem Freund gegenüber keine materielle Verpflichtung.
    Es ist DEIN Leben und das lebst du nur einmal.
    Dein Freund ist vorher auch ohne dich fertig geworden.

    Alles Gute !

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