Unglückliche Ehe – was tun?

Das Versprechen immer zusammenzubleiben, der Traum eines langen gemeinsamen Lebens – bei der Hochzeit ist es kaum vorstellbar, dass sich die Gefühle für diesen besonderen Menschen irgendwann ändern könnten. Trotzdem passiert es. Manchmal stellt sich das Gefühl der Entfremdung schleichend ein, manchmal überraschend plötzlich. Die Ehe, die so hoffnungsvoll beginnt, wird unglücklich. An diesem Punkt gleich ihr Ende einzuleiten, ist in den meisten Fällen verfrüht.

Die Quelle des Unglücks

Bevor gleich die ganze Beziehung als unglücklich bezeichnet wird, hilft ein bisschen Quellenforschung weiter. Tatsächlich ist es keineswegs immer so, dass die Beziehung zueinander in Schwierigkeiten steckt. Es ist eine durchaus menschliche Regung, die Verantwortung nicht in sich selbst zu suchen. Eine schlechte Zeit voller depressiver Stimmungen muss überhaupt nichts mit der Beziehung zu tun haben. Bevor also die Ehe auf den Prüfstand gestellt wird, ist die eigene Person einen genauen Blick wert.

Je nach Alter trifft jedes Geschlecht die Wechseljahre. Frauen sind heftiger davon beeinflusst, und wenn sie sich noch nicht im klassischen Alter für die Menopause befinden, erkennen sie oft nicht die körperlichen Ursachen für ihre unglücklichen Stimmungen. Unzufriedenheit hat oft auch mit Hormonschwankungen zu tun. Dann wird ein körperliches Ungleichgewicht auf die Beziehung projiziert. Solange also keine wirklich greifbaren Veränderungen in der Beziehung zu erkennen sind, ist ein gründlicher Check-up gar nicht die schlechteste Idee.

Das große Schweigen

Es gibt unterschiedliche Arten von Schweigen. Eines davon ist sehr angenehm und findet sich zwischen Menschen, die sich auch ohne viele Worte verstehen. Das andere – und dies ist immer ein Zeichen für Beziehungsprobleme – ist spannungsgeladen. Darin liegt viel Unausgesprochenes. Wenn es sich zwischen zwei Menschen fast zu einer unüberwindlichen Wand verdichtet, fehlt nicht mehr viel zur Trennung. Dabei lässt sich diese Wand einreißen. Das kann anfangs noch etwas ungewohnt sein, aber nur ausgesprochene Worte sind dazu in der Lage.

Wenn erst einmal Stille in einer Partnerschaft eingetreten ist, fällt der Anfang schwer. Niemand darf zu viel erwarten. Meistens reicht es zunächst schon, ganz kurz zu erwähnen, wie der Tag war. Eine besondere Begegnung oder ein spezieller Gedanke wird in Worte gefasst und bricht das Schweigen. Bis sich wieder richtige Gespräche entwickeln, kann es dauern. Die Erwartungen sollten also nicht zu hoch angesetzt werden. Aber wer seinen Partner wieder erreichen will, muss Geduld haben. Mit sich, weil diese anfangs vielleicht einseitigen Unterhaltungen Kraft kosten, und mit dem Ehepartner, der sich erst an die plötzliche Ansprache wieder gewöhnen muss.

Gemeinsame Ziele und individueller Freiraum

Nichts verbindet so sehr wie gemeinsame Ziele. Die harmonische Lebensplanung gibt eine Richtung vor. Viele Entbehrungen auf dem Weg zum Ziel werden zusammen ertragen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Ganz im Gegenteil, dieser oft jahrelange Kampf Seite an Seite verbindet sehr stark. Problematisch wird es allerdings dann, wenn das Ziel endlich erreicht wurde. Es bleibt häufig eine Leere zurück und beide wissen nichts mehr miteinander anzufangen. Ein Lösungsweg besteht sicherlich darin, sich ein neues Ziel zu suchen. Das muss kein so langfristiges und anstrengendes sein wie das zuvor. Entscheidend ist, sich schon früh darüber Gedanken zu machen, was nach dem Zieleinlauf überhaupt werden soll.

Eine Ehe ist aber immer noch mehr als gemeinsames Streben. Wer das Gefühl hat, dass die Planerfüllung zum ganzen Lebensinhalt wird, der hat auch das Gefühl, irgendwann als Individuum zu kurz zu kommen. In solchen Fällen hilft nur noch ein klärendes Gespräch. Es ist nicht egoistisch, auch etwas für sich alleine haben zu wollen. Bei aller Gemeinsamkeit leben in einer Ehe zwei einzelne Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammen. Dies bedeutet nicht, die gemeinsame Zukunft für zweitrangig zu halten. In einem Gespräch lässt sich sehr behutsam erklären, dass ein wenig Freiraum zur persönlichen Entfaltung auch eine Kraftquelle ist für die gemeinsame Planung.

Das Streiten nicht vermeiden

Es soll langjährige Ehen geben, in denen nie ein lautes Wort im Streit fällt. Dies klingt zunächst überaus harmonisch, löst aber zugleich auch Irritation aus. Zu Recht, denn Menschen streiten. Das gehört einfach dazu, wenn zwei Personen täglich so viel Zeit miteinander verbringen. Diese Streitereien bauen Spannungen ab und führen am Ende positiv auf dem sehr direkten Weg zum Ziel. Missstimmung in einer Ehe wird manchmal dadurch ausgelöst, dass die Partner einfach mit dem Streiten aufhören. Sie verbergen den Ärger und sammeln ihn in sich an. Schließlich brechen die aufgestauten Emotionen an einem Punkt hervor, wo sie in dieser Heftigkeit den anderen völlig unvorbereitet treffen. Schon eskaliert ein Streit über einer Kleinigkeit, die in glücklicheren Zeiten nach einem kurzen Wortgefecht bereits wieder vergessen gewesen wäre.

Wenn etwas zum Streit führen kann, dann sollte dieser sofort geführt werden. Gerade bei Kleinigkeiten ist es wichtig, dem Ärger unmittelbar Raum zu geben. Dann bleibt er kurz und angemessen. Außerdem weiß der Partner dann genau, warum gestritten wird. Wichtig ist, den Streit auf ein Thema zu begrenzen. Es ist niemals hilfreich, die aktuelle Auseinandersetzung zum Anlass zu nehmen, längst zurückliegende Verfehlungen wieder zu erwähnen. Derartige Auseinandersetzungen werden von viel Bitterkeit begleitet. Sie verführen auch die Beteiligten dazu, wirklich verletzend zu werden. Kein Mensch kann so genau die größten Schwächen eines anderen treffen, wie ein langjähriger Ehepartner und Vertrauter.

In guten und schlechten Zeiten

Eine glückliche Ehe ist ein gemeinsamer Erfolg. Eine unglückliche Ehe ist ebenso ein gemeinsamer Misserfolg. Ein Partner alleine ist höchst selten der Grund dafür, dass die Beziehung immer schlechter wird. Wer die persönliche Verantwortung für das eigene und auch das gemeinsame Leben im Auge behält, der schafft es meistens erfolgreich auch durch die schlechteren Zeiten.

Die 10 häufigsten Fehler die Beziehungen zum Scheitern bringen:

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