Kumpeltyp Problem – was tun?

Beinahe jeder Mann hat es schon einmal erlebt und viele kennen das Problem, weil es immer wieder einmal auftritt: Man(n) verliebt sich in eine Frau, versteht sich ausgezeichnet mit ihr und wird zu einem wirklich guten Freund, mit dem sie keine Beziehung riskieren möchte, weil sie die entstandene Freundschaft nicht aus Spiel setzen mag. Man ist zum Kumpeltyp geworden. Zum Kummerkasten. Zum großen Bruder.

Vom potentiellen Partner zum Kumpeltyp – wie ist denn das passiert?

Aus einem lockeren Flirt langsam eine tiefere Beziehung zu machen und sich anzufreunden ist nicht nur der übliche Weg, eine Beziehung zu beginnen. Es ist auch der Werdegang einer Freundschaft, die oftmals eben nicht zu einer Beziehung führt. Es ist leicht, der Kumpeltyp zu werden. Besonders für Männer, die eher zurückhaltend sind und sich dabei als gute Zuhörer erweisen, ist es eine schwierige Gratwanderung, nicht in diese vermeintliche Falle zu tappen.

Beim Kennenlernen und in den ersten Gesprächen schätzen Männer und Frauen einander bewusst oder auch unbewusst ab und kategorisieren ihr Gegenüber. Nicht nur anhand so offensichtlicher Gesichtspunkte wie der Attraktivität und äußeren Erscheinung, sondern auch hinsichtlich der Charakterzüge.
Forsche, extrovertierte und direkte Männer, die sich zu Anfang nicht auf tiefsinnige Gespräche einlassen, werden selten zum Kumpeltyp. Aber sie erobern auch nicht das Herz der Frauen, die sich nach einer wirklich innigen Beziehung sehnen. Selbst wenn es ihnen manchmal gelingt, eine Romanze mit diesen Frauen einzugehen, bleibt die Beziehung doch oftmals oberflächlich, falls sich diese Männer nicht mit der Zeit öffnen.

Der Vorteil, den dieser Typ Mann gegenüber den schüchterneren und zurückhaltenderen Geschlechtsgenossen hat, liegt in erster Linie in der erotischen Spannung.

Tiefsinnige Gespräche, umfangreiches Verständnis und große Emotionalität, wie sie die meisten Kumpeltypen von Natur aus mitbringen, stören in der Kennenlernphase diese erotische Spannung. Frauen denken bei den wirklich wichtigen Gesprächsthemen einfach nicht mehr so intensiv über Erotik nach und konzentrieren sich auf den thematischen Inhalt. Und viele Kumpeltypen unterdrücken aktiv ihre eigenen Gedanken über die erotische Anziehung, damit sie ihr gegenüber nicht verschrecken. Sie überspielen jeden Ansatz von Spannung aus Furcht vor den Konsequenzen.

Ehrlichkeit ist Trump – in Maßen

Um nicht in die vermeintliche Falle des Kumpeltyp-Problems zu tappen, ist eine gewisse Offenheit unentbehrlich. Verstellung und die Unterdrückung aller Anzeichen für Begehren und Anziehung seitens des Mannes wird sicherlich kaum eine Frau verschrecken. Aber diese Herangehensweise sorgt auch dafür, dass sich seitens der Herzdame ein freundschaftliches Gefühl entwickelt – und eben kein leidenschaftliches Verhältnis.

Übertriebene Zurückhaltung ist ein Signal. Ebenso wie extrovertierter Charme und Weltgewandtheit Signale beim Flirten übermitteln, überträgt auch die oft ausweichende und unentschlossene Herangehensweise des typischen Kumpeltyps eine Botschaft. Nur leider mit dem Inhalt, dass er sich viel besser für eine Freundschaft eignet, als für eine Affäre.

Im Umgang mit einer Frau, von der man sich mehr erhofft, als eine gute Freundschaft, ist Ehrlichkeit ein wichtiger Faktor. Es gilt, die Anziehung nicht zu verbergen, sondern zu ihr zu stehen. Auch wenn dadurch das Risiko besteht, dass sie vielleicht das Interesse verliert. Die Rechnung ist in dieser Hinsicht recht einfach: Wenn eine Frau tatsächlich einen Rückzieher macht, sobald die Möglichkeit besteht, der Mann könnte mehr von ihr wollen, als ihren alltäglichen Problemen zu lauschen, dann ist eine Beziehung ohnehin denkbar unwahrscheinlich.

Es gibt außerdem durchaus Frauen, die eine Reihe von Männern ganz dem Klischee entsprechend „am Haken haben.“ Was bedeutet, dass sie sich der Hoffnungen dieser Männer sehr wohl bewusst sind und mit ihnen spielen, um sich ihren „Kummerkasten“ so lange wie möglich zu erhalten. Und um sich gut zu fühlen, weil sie begehrt werden.

Ein ehrlicher Umgang mit den eigenen Gefühlen – ohne dabei gleich mit der Tür ins Haus zu fallen oder sich darin zu verrennen – ist ein klares Signal an die Frauenwelt. Es ist ein deutliches Signal, dass da jemand nicht oberflächlich wie der literarische „Prince Charming“ daherkommt, aber dennoch an einer ernsthaften Beziehung interessiert ist.

Ob dieses Signal für die gegenwärtige Herzdame auch interessant ist, bleibt natürlich ungewiss. Manchmal stimmt die Chemie eben nur von einer Seite. Und damit muss man leben, wenn es passiert. Nicht jede Schwärmerei im Leben kann auch zum Erfolg führen. Die „Richtige“ wird allerdings erkennen, dass sie es mit jemandem zu tun hat, der tiefsinnig und trotzdem männlich ist. Sie wird das Potential für eine intensive Beziehung erkennen und sich darauf einlassen. Manchmal auch trotz eines Umweges über eine anfänglich eher platonische Freundschaft. Und manchmal gerade deswegen.

Der Kumpeltyp zu sein ist nicht das Ende der Fahnenstange

Eine sinnvolle und authentische Freundschaft aufzubauen ist nicht unbedingt das Erotischste, was man sich vorstellen kann. Es ist beinahe das genaue Gegenteil eines oberflächlichen Flirts mit dem Ziel eine aufregende Nacht zu verbringen. Der typische Kumpeltyp ist jedoch jemand, dem es einfach leichter fällt, sich emotional und freundschaftlich auf eine Frau einzulassen, als den spannungsgeladenen Flirt-Samba zu tanzen und danach zu versuchen, eine Bindung aufzubauen. Aber was tun, wenn man sich plötzlich als der Kumpeltyp wiederfindet und gesagt bekommt, wie wichtig man als Freund ist und welches Risiko für die Freundschaft eine Beziehung darstellen würde?

Der unschätzbare Vorteil des Kumpeltypen ist, dass er eine starke Verbindung zu einer Frau aufbaut. Er lernt sie kennen, noch bevor er im Beziehungsalltag ihre Marotten entdeckt. Und die Frau lernt ihn ebenso kennen und hat jederzeit die Gelegenheit, die Flucht zu ergreifen. Tut sie es nicht – und gehört sie auch nicht zu denen, die ihre Männer „am Haken halten“ – dann ist genau diese Vertrautheit eine Chance, daraus eine Beziehung aufzubauen.

Auch hier ist wiederum die Ehrlichkeit der Trumpf. Und die Körpersprache spielt eine große Rolle.
Wenn Nähe beinahe schon automatisch entsteht und sich für beide Seiten nicht unangenehm anfühlt, dann ist das bereits ein erster Schritt in Richtung einer Beziehung. Nur die Hürde der riskierten Freundschaft für eine möglicherweise endliche Beziehung muss noch genommen werden. Und diese Hürde ist eine reine Kopfsache.

Offene Gespräche und die Bereitschaft, sich klar zu bekennen und auch ein wenig dem Instinkt zu folgen, sind der beste Kurs in diesen Gewässern. Mit gegenseitigem Respekt kann so eine Freundschaft bestehen bleiben und trotzdem zu einer Beziehung werden.

Die 10 häufigsten Fehler die Beziehungen zum Scheitern bringen:

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