Mann mit Beziehungsangst erobern

Bitte vorstellen: Die Flüge und der Mietwagen sind gebucht, das Appartement auf Mallorca wird bereits geputzt, und im Flur stehen die gepackten Koffer. Gleich kommt der Liebste, um das schwere Gepäck ins Taxi zu verfrachten. Die Zeit verrinnt, das Taxi steht wartend vor dem Haus, aber der Liebste kommt nicht. Stattdessen kommt eine SMS: „Sorry, es ist mir gerade alles zu eng. Gute Reise!“

Wenn sich ein Mann nicht binden will

Viele Frauen beschäftigt dieses Thema – übrigens auch manche, die bereits in einer Beziehung lebt und deren Partner immer wieder ausbricht und sich der Verantwortung, die ein Leben zu zweit von ihm fordert, nicht stellt.

Eine Frau, die sich verliebt, denkt und fühlt anders als zuvor. Die Welt erscheint ihr auf einmal rosarot, alles ist möglich. Ihre Gedanken kreisen um den Mann, der diese Gefühle in ihr auslöst, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Vielleicht hat er ihr bereits seine Liebe gestanden, oder aber sie spürt, dass das erhoffte Bekenntnis unmittelbar bevorsteht. Er ruft an, er bittet um Dates, und wenn sie mit ihm zusammen ist, sieht sie an seinen Blicken, dass sie ihm alles andere als gleichgültig ist. Und trotzdem: Das entscheidende Wort bleibt aus – oder besser gesagt, die entscheidenden drei Wörter.

Fast nichts ist quälender für eine Frau, als verunsichert darüber zu sein, ob sie geliebt wird oder nicht. Sie stellt sich viele Fragen: Habe ich meine Gefühle zu deutlich gezeigt, langweile ich ihn schon, oder will er nur mit mir ins Bett? Sie kann es sich nicht erklären, warum der Mann so schüchtern ist. Oder spielt er ein Machtspiel mit ihr und will sie unterbuttern? Der rosarote Schimmer über der Welt schwindet von Tag zu Tag mehr.

Die richtige Strategie entwickeln

Eine Frau benötigt einige Menschenkenntnis, wenn sie sich eine Taktik zurechtlegt, wie sie den Mann aus der Reserve lockt. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten, die bestehenden Verhältnisse zu ändern: Entweder tritt sie den Rückzug an, oder sie geht in die Offensive. Beide Wege haben ihre Tücken.

Rückzug erscheint zunächst der leichtere Weg von beiden zu sein, nur ist es im Schmollwinkel recht ungemütlich und kalt. Die Gefühle verändern sich ja dadurch nicht, und je mehr sich die Frau verkriecht, desto mehr neigt sie auch dazu zu spekulieren. Vor allem dann, wenn ihre Rechnung nicht aufgeht und es der Mann möglicherweise gar nicht zu bemerken scheint, dass sie nicht mehr kämpft. Schmerzhaft ist es zu hören, es sei ihm gar nicht aufgefallen oder habe ihm gerade gut in den Kram gepasst. Ob es wohl stimmt? Vielleicht spielt er nur weitere Spielchen, um die Entscheidung für oder gegen eine Beziehung wie gehabt vor sich herzuschieben?

Eine Frau, die in die Offensive geht, braucht vor allem Mut und darf sich nicht vor einer Zurückweisung gruseln. Sie muss sich vorher entscheiden, dass es ihr nur um eins geht: die Wahrheit zu erfahren. Aber darf sie den Mann, in den sie sich verliebt hat, einfach fragen, wie es um ihn steht?

Sie darf, ebenso vergibt sie sich nichts, wenn sie ihm ihre Liebe gesteht. Jeder Mann wird verstehen, dass sie wissen möchte, ob er auch für sie Liebe empfindet. Das Rollenverhalten ist heute nicht mehr festgelegt – frei nach der Devise „Jede ist ihres Glückes Schmied“. Der Mann muss entweder ein Eisklotz, ein harter Knochen oder schwul sein, wenn er sich nicht zumindest geschmeichelt fühlt durch ihr Geständnis. Ist er ein halbwegs fairer Typ, wird seine Antwort ehrlich ausfallen. Dennoch: Mit Ausflüchten ist weiterhin zu rechnen, darauf muss die Frau gefasst sein. Offenbar hat sie nicht gerade den klassischen Eroberer erwischt – und ob er sich zum Verführer eignet, wird sie vermutlich ohne „Nachhilfeunterricht“ auch nie erfahren.

Männer sind so verletzlich …

Was manche Frauen nicht bedenken: Nicht jeder Mann ist so selbstbewusst, wie er sich nach außen gibt. Im Gegenteil, das immer noch als stark bezeichnete Geschlecht fühlt sich häufig alles andere als robust. Wenn ein Mann ständig an eine bestimmte Frau denkt, wenn er wissen möchte, was sie macht und wie es ihr geht und wenn er eine bestimmte Erregung verspürt, sobald sie sich meldet – dann weiß er, was die Stunde geschlagen hat: Er ist verliebt.

Seltsamerweise reagieren viele Männer auf diese Erkenntnis oft nicht mit einem ähnlichen Glücksgefühl wie die meisten Frauen. Der siebte Himmel und die rosarote Brille liegen einem bestimmten Typus von Mann einfach fern: Sich verlieben bedeutet für sie Kontrollverlust und Abhängigkeit. Die Ursachen für eine solche Haltung sind vielfältig – sie können in schlechten Erfahrungen, die manchmal bis in die Kindheit zurückreichen, begründet sein oder in einem gewissen Unbehagen, sein Herz an eine Frau zu hängen und ihre Erwartungshaltung zu befriedigen. Noch immer fürchtet mancher Mann, eine Frau wolle so schnell wie möglich ein Kind von ihm, ihn vor den Altar schleppen oder aber von seinem Erfolg und seinem Geld partizipieren.

Kann ein Mann mit Beziehungsangst ein guter Partner werden?

Im Prinzip ja – bei relativ konservativ eingestellten Männern bricht der Widerstand häufig nach der ersten gemeinsamen Nacht. Doch Sex ist kein Erfolgsrezept, das sollte eine Frau wissen. Sie entscheidet, ob sie es darauf ankommen lässt, denn sie riskiert vielleicht, dass sich ihr bindungsscheuer Freund danach wieder verkrümelt und erst einmal nachdenken muss. Oder sich nicht wieder meldet.

Grundsätzlich liegt es bei der Frau, wie viele Emotionen und wie viel Energie sie aufwendet, um einen Mann mit Bindungsangst zu bekehren. In manchen Fällen hat eine Schwangerschaft die Dinge beschleunigt – aber wird sie jemals das Gefühl loswerden, wenn nicht das Kind gekommen wäre, würde er noch immer sein Single-Leben führen? Manche Frau ist übrigens ganz zufrieden mit einem freiheitsliebenden Partner, der auch ihr Freiräume gestattet und ohne sanften oder auch stärkeren Druck einfach nur gern mit ihr zusammen ist. Ob sie es ihm überlässt, die Zeiteinteilung vorzunehmen, oder ob sie dies gemeinsam tun, ist fast schon eine partnerschaftliche Vereinbarung. Über solche Arrangements bahnt sich manchmal mehr an, und eines Tages werden die geduldige, tolerante Frau und der vormals noch so beziehungsgestörte Mann feststellen: Wir sind ein Paar und wollen es bleiben.

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