Männer verliebt machen

Männer – ein Thema, mit dem Frauen sich viele Jahre ihres Lebens beschäftigen können. Alles dreht sich um die große Liebe, um Romantik, das Nestbauen, eine Familie zu gründen und ähnliches. Ein ganzes Leben lang soll es halten. Ein Traum, den die Männer nicht unbedingt teilen! Sie wurden von der Evolution – und später von der Pharmaindustrie in Form von Potenzmitteln – mit einer so starken Sexualität ausgestattet, dass man sie gar nicht erst verliebt machen muss. Sie sind bereits verliebt: Vor allem in die Idee der Eroberung! Darin sehen sie sich bestätigt und können sich ihre Potenz beweisen.

Der Schlagersänger Howard Carpendale brachte es einmal auf den Punkt, indem er sinngemäß sagte: Frauen begehen den Irrtum, Sex und Liebe zu verwechseln. Ein Mann kann lieben, aber Sex ist etwas ganz anderes. Will sagen: Ein Mann kann heiraten und Vater werden wollen, er kann seine Dame sogar lieben – aber seine Sexualität ist und bleibt trotzdem wie ein wildes Tier, das man nicht bändigen kann. Sie will leben, sie bleibt außen vor. Notfalls auch außerehelich. Das Abenteuer des Neuen ist es, das den Mann anregt. Daraus könnte die Frau etwas lernen. Frauen hingegen konstatieren oft: Männer und Frauen sind emotionell nicht kompatibel. Das fasst das Dilemma wohl treffend zusammen! Dummerweise können Männer aber Babys machen und sind sexuell interessant – was soll man also machen? Männer in sich verliebt machen natürlich! Es sollte halt nur nicht in die Idee sein, am Ende in einer Ehe zu landen und versorgt zu werden.

Da die Frauen arbeiten gehen können, sind sie nicht mehr auf einen Versorger angewiesen – wozu also sollten die Männer sich da fest binden wollen?! Man kann doch viel mehr Spaß haben, wenn man frei ist! Viele Männer halten zudem Frauen für oberflächlich und reden daher lieber mit ihresgleichen über das, was sie wirklich interessiert: Zum Beispiel Fußball, Beruf und Autos. Hier sind die Frauen gefordert, sich mehr mit den Interessen der Männer zu befassen. Den Männern wiederum müssen wir sagen, dass es zahlreiche Frauen gibt, die innerlich unabhängig, lebensklug und gebildet sind – was der Mann zu fürchten scheint. Er hat eben doch ganz gern ein Heimchen am Herd, das keinen anderen ansieht! Oder einem anderen gefallen könnte!

Wer Männer in sich verliebt machen will, muss sich früher oder später mit all diesen Dilemmas befassen. Das genau tun viele Frauen in jungen Jahren aber nicht. Sie leben in ihren Hoffnungen und romantischen Träumen und fallen nach ein paar Jahren und ein paar Kindern aus dem Wolkenkuckucksheim. Die Beziehung ist nach einer Weile gegenseitiger Anziehung und romantischer Anfänge an ihrem Ende und in der Gewohnheit angelangt. Das bedeutet zwar noch lange nicht, dass man sich trennt. Aber Langeweile oder ständige Reibung sind eben auch zerstörerisch. Ein Mann Mitte vierzig sagte einmal lakonisch „Nach drei Jahren ist doch jede Luft raus, so oder so.“. Der Reiz des Neuen ist verflogen, die Anziehungskraft und das Interesse aneinander lassen nach. Der Alltag zieht ein und mit ihm weitet sich der Blick auch in andere Auen, in denen das Gras grüner zu sein scheint.

Vor allem, wenn ein Baby da ist. Das ist dann nämlich die Top Number One. Auch wenn Männer stolze Väter sein können, wollen sie nicht ständig auf den zweiten Platz abgeschoben und mit voll gemachten Windeln unterhalten werden. Frau muss also wohl oder übel Mutter, Geliebte und Beichtschwester in Personalunion sein können. Etwas viel verlangt, meine Herren. Vor allem: Von Ihnen sollte man als Frau doch mindestens genau so viel erwarten dürfen! Männer in sich verliebt zu machen oder Frauen in sich verliebt zu machen, das ist doch nicht alles. Dann geht es doch eigentlich erst los! Gleiches Recht für alle, bitteschön! Aber mit der Gleichberechtigung haben die Männer so ihr Problem. Wenn man genau hinsieht, die Frauen allerdings auch. Ach je – das Thema ist so schwierig und komplex, dass man ihm nicht wirklich beikommen kann. Man kann Männer schnell in sich verliebt machen, indem man toll aussieht, schöne Augen macht, Gelüste weckt, sie klug zu unterhalten weiß, sie beeindruckt, ihnen Spaß macht – aber wenn sie an der Angel hängen, nimmt alles anscheinend den immer selben Verlauf. Peter Lauster hat diesem Drama sein Buch von der „Liebe“ gewidmet. Man sollte es lesen. Es erläutert das Dilemma zwischen Mann und Frau brillant. Lösen müssen wir es aber trotzdem, jeder und jede für sich.

Kluge Frauen machen es den anderen vor. Sie achten darauf, sich ihre Männer täglich neu zu erobern, sie täglich neu in sich verliebt zu machen. Sie achten darauf, ihre Männer genügend zu beachten und an die Top Number One zu stellen. Sie machen Blind Dates mit dem eigenen Partner ab, bieten ihnen Abwechslung und Spannung, halten sich einige Zeit pro Tag für Romantik oder Gespräche frei. Ihre weiblichen Themen besprechen sie mit Freundinnen und gönnen auch dem Mann einen Freundeskreis. Auch ein goldener Käfig ist ein Käfig.

Männer in sich verliebt zu machen, ist noch relativ einfach – aber sie verliebt zu halten eben nicht. Beziehung ist nicht selbstverständlich. Sie ist ein Geschenk, das man allzu oft wie einen Alltagsgegenstand behandelt. Wenn das Geschenkband erst einmal ab ist, knüllt man das Papier zusammen und spielt eine Weile mit dem neuen Geschenk. Dann verliert es irgendwann seinen Reiz, wird zu Besitz. Aber das alles muss keineswegs so sein! Es liegt an einem selbst. Zahlreiche Goldene Hochzeiten belegen, dass es auch anders geht. Ansonsten gilt: Nicht jede Beziehung ist fürs Leben. Manchmal begleitet einen jemand nur einen Lebensabschnitt lang. Dann muss man halt jemand anderen in sich verliebt machen – und alles beginnt von vorne. Die gleiche alte Frage, die gleichen Sorgen. Aber immerhin eine neue Chance auf Schmetterlinge im Bauch. Der zweite Versuch klappt oft besser!

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Comments

  1. Beatrice Haeckel says

    Diesen Beitrag finde ich ehrlich und desillosionierend….mir hätte noch gefallen, wenn er dasThema der sexuellen Anziehung mehr erörtert hätte. Viele Paare leiden darunter, dass der andere Part, ob Mann oder Frau, kein Interesse mehr an Sex hat, obwohl der, oder die Andere alles dafür tut, um sexuelles Interesse zu wecken…. es kann aber auch laut Ihres Berichts sein, dass es doch der Reiz des Neuen ist, derden sexuellen Drang auslöst ?!… Aber was tun, wenn partout kein sexuelles Interesse (trotz blühender Gesundheit und mittlerem Alter) da ist?

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