Seitensprung verzeihen / damit umgehen

Wenn ein Seitensprung des Partners ans Tageslicht kommt, tut das weh. Der andere Partner fühlt sich betrogen, hintergangen und angelogen – oft zurecht. Nun steht die schwierige Frage im Raum, ob es Sinn macht, dem anderen den Seitensprung zu verzeihen. Manche Menschen können das nicht, denn sie fühlen sich zu verletzt und können sich nicht einmal mehr vorstellen, mit der Person im gleichen Raum zu sein. Bei anderen überwiegt die Liebe und sie beschließen, ihre negativen Gefühle zu überwinden. Das ist allerdings ein langer Weg, über den sich jeder im Klaren sein sollte, der einen Seitensprung verzeihen möchte.

Schritt 1: Den negativen Gefühlen freien Lauf lassen

Der Partner hat seine Gründe für den Seitensprung dargelegt und man hat entschieden, die Beziehung weiterzuführen und ihm zu verzeihen. Das bedeutet aber nicht, dass alle negativen Gefühle wie weggeblasen sind. In der ersten Phase nach dem Seitensprung ist es völlig normal, neben Liebe auch Wut, Ärger, Trauer oder sogar Hass auf den Partner und den Nebenbuhler zu empfinden.

Diese Gefühle dürfen nicht angestaut werden – ansonsten vergiften sie die Beziehung und sorgen dafür, dass sich mit der Zeit trotzdem eine Trennung ergibt. Stattdessen sollte man ihnen freien Lauf lassen und sich nicht davor scheuen, das vor dem Partner zu tun. Dieser muss wissen, welche Gefühle er ausgelöst hat. In dieser Ausnahmesituation ist es sogar in Ordnung, ihn anzuschreien, zu weinen und ihm eine Szene zu machen. Wichtig ist aber, dass man niemanden beleidigt, verletzt oder in aller Öffentlichkeit bloßstellt. Denn das sorgt dafür, dass der Seitensprung trotz aller Reue des Partners in bitterer Erinnerung bleibt und die Liebe überschattet.

Schritt 2: Geschlechtskrankheiten ausschließen

Bevor man wieder mit dem Partner schläft, muss dieser auf eine mögliche Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten getestet werden. Es empfehlen sich ein AIDS-Test sowie Untersuchungen auf Pilze oder Bakterien – auch, wenn der Partner verhütet hat. Auf dieses Recht sollte man pochen, auch wenn es verletzend und demütigend für den Partner ist und ihm noch einmal vor Augen führt, was er getan hat. Sicher sein kann man sich nie – es kann für die andere Person eine ebenso einmalige Sache sein wie für den Partner, häufig wechselnde Sexpartner können aber auch Teil ihres Lebens sein. Die eigene Sicherheit geht vor Vertrauen und Liebesbeweise.

Schritt 3: Den Seitensprung abschließen

Dieser Schritt ist ein Akt, den beide Partner zusammen bewältigen müssen. Derjenige, der fremd gegangen ist, sollte den Kontakt zu der anderen Person abbrechen. Das schafft klare Verhältnisse und sorgt dafür, dass sich die Situation nicht wiederholt. Andererseits sollte der Betrogene darauf Rücksicht nehmen, dass der Nebenbuhler ebenfalls ein Mensch mit Gefühlen ist. Dieser kann sich in den Partner verliebt haben – dann sollte man es den beiden gönnen, bei einem Treffen an einem öffentlichen Ort die Fronten zu klären, ohne dass man dabei ist. Selbst, wenn der oder die Andere zum engsten Freundeskreis des Partners gehört, muss man anerkennen, dass die beiden Kontakt halten möchten. Achtung der eigenen Bedürfnisse ist oberste Priorität.

Andererseits hat auch der Betrogene in dieser Situation Rechte und Anforderungen, die zu erfüllen sind. Wenn er will, dass kein Kontakt mehr zwischen Partner und Nebenbuhler besteht, dann muss der Partner das hinnehmen und eine gemeinsame Lösung suchen. Hilfreich ist es auch, zunächst Distanz zu gewinnen. Man sollte sich mit Freunden treffen, sich etwas gönnen, ohne den Partner Dinge in Angriff nehmen und das tun, wobei man sich wohl fühlt. Dadurch gewinnt man neue Freude am Leben und zeigt dem Partner gleichzeitig, dass er nicht der alleinige Lebensinhalt ist und er sich künftig besser verhalten sollte, wenn er seinen Stellenwert behalten möchte.

Schritt 4: Künftige Seitensprünge ausschließen

Wichtig nach einem Seitensprung ist die Sicherheit, dass das nicht noch einmal vorkommt. Viele Betrogene verlangen in dieser Situation, dass der Partner das verspricht und glaubhaft macht. Allerdings sollte klar sein, dass ein Seitensprung jedem noch so treuen Menschen passieren kann: Der Seitensprung des Partners war wie so viele andere ein Unfall, den er bereut, und er wird sich nach Kräften bemühen, es nicht wieder vorkommen zu lassen.

Trotzdem sollte man dafür Sorge tragen, das Risiko eines Seitensprungs gering zu halten. Dazu muss man sich auf das verletzende Gespräch darüber einlassen, was den Partner zum Seitensprung bewogen hat. Vorher sollte man ihn um absolute Ehrlichkeit bitten, denn nur auf diese Weise stellt sich Erfolg ein. Einige Fremdgeher standen unter Alkoholeinfluss und können sich kaum noch daran erinnern, wie sie mit der anderen Person im Bett gelandet sind. Andere haben einen Ausweg aus ständigen Streitereien gesucht, aus dem langweiligen Alltag, oder haben sich vielleicht von Freunden überreden lassen.

Sobald man das Problem erkannt hat, muss man versuchen, es in Zukunft nach Möglichkeit zu umgehen. Dazu muss vor allem der fremdgegangene Partner bereit sein, etwas an seinem Verhalten oder seiner Denkweise zu verändern. Wenn er den Seitensprung allerdings schon gestanden, sich dafür entschuldigt hat und sich selbst sicher ist, dass er falsch war, dann stehen die Chancen gut, dass er zu Veränderungen bereit ist.

Seitensprünge verzeihen oder Schluss machen?

Manche Menschen entscheiden sich zunächst dafür, ihre Beziehung nach einem Seitensprung nicht zu beenden – doch dann merken sie, dass Verzeihen schwerer ist, als sie dachten. Das kann sich auch erst einstellen, nachdem man alle vier Schritte durchlaufen hat und sich sicher ist, alles für die Rettung der Beziehung getan zu haben.

Es ist nie leicht, einen Seitensprung zu verzeihen. Oft dauert es Monate, bis man den Betrug wirklich emotional überwunden hat. Es lohnt sich meistens, diese Zeit zu durchleben und den Prozess des Verzeihens durchzumachen. Man geht als gestärkter, selbstbewusster Mensch daraus hervor und hat eine Beziehung gerettet, in der es durchaus noch Liebe geben kann.

Wenn die negativen Gefühle die Liebe überschatten, den Alltag belasten und ständig durch den Kopf geistern, dann ist es allerdings besser, sich nicht weiter zu quälen. Es kann durchaus vorkommen, dass man das erst erkennt, nachdem man dem Partner bereits verziehen hat – oder es zumindest vor ihm behauptet. In dieser Situation gehen die eigenen Gefühle kompromisslos vor.

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