Untreuer Ehemann – Untreue in der Beziehung – was tun?

Für viele Menschen ist Treue das höchste Gut ihrer Partnerschaft, denn gewissermaßen die „Exklusivrechte“ an den Gefühlen des Partners zu besitzen, gibt Sicherheit und vermittelt das schöne Gefühl, für den anderen etwas ganz Besonderes zu sein. Untreue wird daher oft als Betrug an der Beziehung gesehen und es tut weh, den Partner mit einer Rivalin teilen zu müssen. Was aber macht uns eigentlich solche Angst an Untreue, und wie können wir konstruktiv damit umgehen, wenn unser Partner auf Abwege gerät?

Was Untreue in uns auslöst

Betrogen zu werden ist für niemanden schön, aber jeder Mensch reagiert anders auf diesen verwirrenden Gefühlscocktail. Während der eine vielleicht mehr an einem angeschlagenen Selbstwertgefühl leidet und sich mit Selbstkritik noch mehr belastet, entwickelt der andere Rachegefühle und lässt seiner Wut freien Lauf. Auch Scham spielt oft eine große Rolle, denn wir werten es vor uns selbst als Absage an unsere Attraktivität, wenn der Partner sich anderswo sucht, was wir ihm scheinbar nicht geben können. Selbstvorwürfe machen aber die Situation nicht besser, und wir sollten uns keineswegs die Schuld daran geben, wenn der Partner untreu wird – auch dann nicht, wenn der Partner uns das vielleicht Glauben machen will. Wenn der untreue Partner aber mit Vorwürfen reagiert, tut er das nur aus seinem eigenen schlechten Gewissen heraus – es ist einfacher, die Schuld dem Betrogenen zu geben, als ehrlich zur eigenen Untreue zu stehen.

Die Gründe erforschen

Es tut natürlich weh, sich mit der Untreue des Partners auseinanderzusetzen, den Kopf in den Sand zu stecken macht aber alles nur noch schlimmer. Natürlich hat es Gründe, wenn einer der beiden Partner sich einer Außenbeziehung zuwendet, und diese Gründe gilt es, behutsam herauszufinden. Manchmal liegen die Ursachen für eine Affäre in der Beziehung selbst, manchmal hat der untreue Partner ein „Ego-Problem“, manchmal ist es auch höhere Gewalt. Niemand ist davor gefeit, sich trotz einer glücklichen Ehe in einen anderen Menschen zu verlieben. Für den Partner, der betrogen zurückbleibt, ist diese Erkenntnis natürlich schmerzhaft, aber die Wahrheit zu erkennen kann auch sehr befreiend sein.

Miteinander reden

Solange ein Paar noch miteinander redet, ist die Beziehung nicht verloren! Und Schweigen würde nur dazu führen, dass die schmerzhaften Gefühle wachsen wie in einem Treibhaus. Es ist also wichtig, den Dialog zu suchen – für beide Seiten. Der betrogene Partner muss die Möglichkeit bekommen, seine verletzten Gefühle zu äußern und wissen, wo er steht, ob dem anderen noch etwas an der Beziehung liegt. Ebenso muss der untreue Partner eine Chance bekommen, sein Verhalten zu erklären – und sich bei seinem verletzten Partner für das zu entschuldigen, was er ihm angetan hat. Die wichtigste Frage ist, ob beide gewillt sind, ihre Beziehung zu retten und daran zu arbeiten. Wer aus Angst vor unangenehmen Auseinandersetzungen in Schweigen und Vorwürfe (oder zu seiner Affäre) flüchtet, hat die Beziehung bereits abgeschrieben und arbeitet – vielleicht zuerst noch unbewusst – auf eine Trennung hin.

Wut ja, Rache nein!

Betrogen zu werden tut weh. Der Partner, dem man blind vertraut hat, hat die Beziehung und die Liebe verraten, das Vertrauen ist zerstört, das Selbstwertgefühl sinkt in den Keller. Jeder Mensch, dem so etwas passiert, hat ein Recht darauf, wütend zu sein. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen gesunder Wut und maßloser Rache. Autoreifen zu zerstechen, den Partner beim Finanzamt anzuzeigen oder die Rivalin zu bedrohen mag in Fernsehkomödien komisch wirken, im wahren Leben ist es alles andere als das. Mit primitiven Racheakten schlägt man nur den untreuen Partner endgültig in die Flucht, und selbst, wenn man aus eigener Initiative eine Trennung erreichen will, sollte man das doch so tun, das man noch in den Spiegel schauen kann. Wer in einer Trennungssituation seine Selbstachtung bewahrt, geht als Sieger aus der Trennung hervor!

Wenn der Partner einfach nichts verstehen will

Es ist traurig aber wahr: Manchmal ist eine Außenbeziehung nur ein Sprungbrett aus der Beziehung. Wenn der untreue Partner innerlich gekündigt hat, helfen keine Gespräche und kein Betteln und Flehen. Wer also das Gefühl hat, dass der untreue Partner überhaupt kein Bedürfnis danach hat, die Beziehung wieder zu heilen und die Affäre zu beenden, der sollte einen konsequenten Schlussstrich ziehen, auch wenn es wehtut. Es ist aber besser, einen verlorenen Posten zu räumen, denn alles andere würde nur weitere Verletzungen nach sich ziehen. An einer toten Beziehung festzuhalten raubt nicht nur viel Kraft, es ist auch schmerzhaft. Denn ein Partner, der die Bindung nur noch als Last empfindet, kann unsere Gefühle nur banalisieren oder sogar ignorieren. An so einer Beziehung festzuhalten hat niemand verdient und sie wird das Selbstwertgefühl nur immer weiter schädigen!

Chronische Untreue und ihre Ursachen

Kein Mensch ist sicher davor, in einem schwachen Moment seinen Partner zu betrügen. Eine gesunde Beziehung kann eine kurze Affäre aber aushalten und dadurch sogar noch fester zusammenwachsen – denn erst, wenn die Bindung auf dem Spiel steht, merkt auch der untreue Partner, was er an der Beziehung hat. Manche Menschen sind aber geradezu chronisch untreu und können ihre „Hauptbeziehung“ nur aufrechterhalten, wenn sie ständig heimliche Nebenbeziehungen führen. Wenn beide Partner das gleich sehen und eine offene Beziehung führen wollen, ist dagegen auch nichts zu sagen. Schwierig wird es, wenn ein Partner ständig untreu ist und der andere dauerhaft darunter leidet. Dann kann Sexsucht die Ursache sein. Sexsucht ist wie alle Suchterkrankungen eine Flucht vor verdrängten Gefühlen und sollte auf jeden Fall behandelt werden! Auch der dauernd betrogene Partner sollte sich in solchen Fällen Hilfe suchen, denn die Beziehung zu einem Suchtkranken geht an niemandem spurlos vorüber.

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